Donnerstag, 15. September 2016

Lieber persönlich als öffentlich

Hi Leute :) 

Ich denke, in nächster Zeit wird es ruhiger werden hier auf meinem Blog. Das Bloggen hat zwar schon seinen Reiz und ich denke ab und zu werden ein paar Beiträge kommen, aber ich habe gemerkt dass es mir viel besser gefällt, mit euch persönlich zu schreiben und Erfahrungen auszutauschen. 
Ich freue mich über jede Nachricht und schreibe auch immer zurück :) Also wenn ihr interesse habt, auf instagram heiße ich so wie hier brechfrei und meine mail lautet brechfrei@gmail.com 

Vielleicht habt ihr ja Lust mit mir ein bisschen zu schreiben, finde ich wie gesagt ansprechender als bloggen und vielleicht auch sinnvoller bei meinem Thema. 

Und für alle anderen: schaut immer mal wieder hier vorbei, kommt sicher wieder was :) 

Lg und vielleicht bis bald :)

Montag, 12. September 2016

Fress-Brech-Anfall dokumentiert

Ok, ich machs kurz. Ich hatte wieder einen Rückfall. Genau genommen 3, innerhalb von 2 Tagen. Kann man es eigentlich Rückfall nennen, wenn man gerade mal 2 Tage clean war?! 

Trotzdem will ich jetzt nicht ganz so in Scham verfallen, bringt auch nichts. Morgen ist ein neuer Tag mit neuen Chancen! Und übrigens, das Running Sushi verlief gut, die Ausrutscher passierten erst gestern und heute. 

Worauf ich jetzt aber mal genauer eingehen will, sind die Fress-Brech-Anfälle an sich. 
Ich hab heute meinen Fressanfall mit darauffolgendem Brechen genau beobachtet und will meine Gedanken hier kurz zusammenfassen. Allerdings will ich nicht unbedingt darüber schreiben, was ich gegessen habe, darüber zu schreiben fällt mir sehr schwer, ich hoffe ihr versteht das. 

Na gut also angefangen hat das Ganze Theater heute nach dem Mittagessen. Da war noch alles super. Hab eher eine kleinere Portion gegessen und war trotzdem satt danach. Während meiner Mittagspause (auch in den Ferien braucht man das) habe ich mir dann zwei Nimm2 soft Dinger gegönnt und danach noch ein kleines Eis. Insgesamt ca 200kcal würde ich schätzen, also nicht schlimm. Also bis dahin alles gut. Nur dann habe ich ohne es so 100%ig zu wollen nach einem Stück Schoko gegriffen und bevor ich es aß wusste ich, wo es enden wird. Ich habe es also gegessen und dann wie in einem Trance Zustand noch viele weitere Süßigkeiten. Danach ging es noch ab zum Kühlschrank, der auch geplündert wurde. Es hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber mit Essen hat das Ganze wenig zu tun. Auch nicht mit Genuss. Meistens denke ich gar nicht drüber nach ob mir das jetzt schmeckt oder nicht. Es wird einfach alles gegessen. Am besten so lange, bis mir richtig schlecht wird. Und dann gings wie immer ab zur Toilette. Haargummi damit die Haare nicht hineinhängen und los geht's. Ich habe gehört bei vielen kommt es fast von alleine wieder hoch, sie müssen nur etwas würgen. Bei mir ist das anders, ich hab schon zwei Dauerwunden auf meiner Hand, weil die Zähne so reiben. Es ist ein Prozess, den man nicht besser als mit dem Wort "beschissen" beschreiben kann. Die Augen Tränen, die Nase läuft, das Blut schießt in den Kopf. 
Ich hasse es. Und trotzdem mache ich es. Freiwillig. Mehr oder weniger. 

Ich weiß nicht so genau warum ich das schreibe, vermutlich als Abschreckung für all jene, die sich in der Anfangsphase befinden. 

Naja jetzt wisst ihr mal so ungefähr Bescheid. 
Ich melde mich, hoffentlich mit guten Nachrichten!! 

Samstag, 10. September 2016

Durchbeißen lohnt sich

Kennt ihr die Szene bei How I Met Your Mother, in der Robin sich nach einem Down in Schale wirft und nachdem sie ein Mann angesprochen hat tanzend sagt "Ich hab's immer noch drauf!!" ?

Genau so habe ich mich heute in der Früh gefühlt, als ich realisiert habe, dass ich es gestern zum ersten Mal seit langem wieder geschafft habe! Weder eine Fressattake, noch erbrochen und um eins drauf zu setzen, ich habe nicht einmal genascht! Das Naschen wegzulassen ist zwar nicht mein Ziel Nummer 1, aber es fällt mir leichter, gar nichts zu naschen, als nach einem Stück wieder aufzuhören. Dann kommt nämlich das jetzt-ist-es-auch-schon-egal-Gefühl. 
Die Waage sagt heute früh 60,5 kg. Man sieht also ich habe zugenommen, und das merke ich auch in meinen Jeans. Aber gut das sind ein paar Kilos, die runter sollten und dann sieht die Welt schon wieder besser aus. Im Moment versuche ich aber erst einmal Gewicht zu halten ohne Fressanfälle und ohne zu erbrechen. Wenn sich das Ganze eingependelt hat kann ich immer noch ein bisschen abnehmen. Ich denke mein Ziel liegt irgendwo zwischen 55 und 60kg, das ist also machbar. 
Nach dem gestrigen Tag bin ich auch wieder total motiviert. Ich habe gemerkt, wie gut es tut, ohne schlechtem Gewissen (weil FA) schlafen zu gehen. 

Auf heute bin ich eher gespannt. 
Frühstück verlief super, Haferflocken mit Rosinen, gegen 11 gab's dann noch eine kleine Scheibe leeres Brot (1. weil ich Hunger hatte, 2. ich liebe frisches Brot ohne Belag). 
Zu Mittag werde ich heute nur ein bisschen Suppe essen, so dass ich satt, aber nicht voll bin. Nein, keine Sorge, ich werde jetzt nicht magersüchtig auch noch, aber mein Freund und ich sind heute 1 1/2 Jahre zusammen und deshalb gehen wir heute Abend Running Sushi essen. Ich freue mich riesig, bestes Essen, bester Freund! Buffet-Essen (oder eben running-Essen) ist immer etwas schwierig für Bulimie Patienten, aber ich glaube, das wird schon. Ich versuche mir was zu gönnen, ohne zu übertreiben. Wird schon! 

Ihr werdet es dann erfahren ;) 

Ich freue mich sehr über viele neue Leser :)

Freitag, 9. September 2016

Ein paar Gedanken

Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, wieso die Gesellschaft dünn sein als schöner betrachtet. Antwort darauf habe ich bis heute keine gefunden. 

Ich persönlich finde es wirklich mehr als traurig, dass sich Menschen wie ich so von außen beeinflussen lassen. Durch Instagram, Zeitschriften, etc. Überall Perfektion. Diese Perfektion hat mich und viele andere krank gemacht. Viele sagen "ja die Medien treiben jeden in die Magersucht", stimmt für mich zum Teil, aber retuschierte Bilder im Fernsehen und in den Zeitschriften sind nur ein kleiner Teil. 
Bei mir waren es eher Instagram-posts, Facebook-Bilder etc von "normalen" Menschen die, die mich verunsicherten. Nicht nur die Stars und Promis, die sind so und so auf einer anderen Ebene, mit denen vergleiche ich mich nicht. 

Anders ist das bei "Privatpersonen". Mit "Menschen wie du und ich" vergleicht man sich eher. Und da ist der Knackpunkt. Man vergleicht sich also mit zwar "normalen" Menschen, aber meist mit welchen, die man nicht kennt, eben nur von Fotos. Und diese Fotos sagen im Grunde nicht das Geringste aus. Zum einen gibt es Photoshop, der bei Weitem nicht nur von Profis verwendet wird. Jeder zweite hat Facetune am Handy und lässt damit die Augen leuchten und die Zähne strahlen. Und Pickel? Die werden einfach "weggewaschen". 

Aber was noch viel mehr ausmacht, als die bearbeiteten Bilder, ist folgendes: Ins Internet stellt man nur das, was man allen Menschen zeigen will. Nur das Foto, an dem man schlanker aussieht wird hochgeladen, Fotos von der falschen Seite, im falschen Licht oder im falschen Outfit landen im Papierkorb. Und an einem Tag, an dem die Haare nicht sitzen wird erst gar nicht fotografiert. Und Gammeltage? Nur wenn der Messi-Dutt gut aussieht und die Jogginghose von Hollister ist (dass man den Calvin Klein Slip sieht, muss ich nicht erwähnen oder?) 

Alles, was nicht passt, wird halt nicht gezeigt, ist doch logisch. Es gibt kaum Leute, die auch ihre nicht so schönen Seiten zeigen. Warum auch, man will ja gefallen. Nicht falsch verstehen, ich verurteile niemanden und vor allem nehme ich mich hier absolut nicht heraus, immerhin bin ich diejenige, die offen und ehrlich über alle Probleme spricht und von Selbstliebe und so Zeugs und mich aber fotolos und namenlos an meiner Anonymität im Internet bediene. 

Es ist auch keine Lösung, keine schönen Fotos mehr zu posten. Instagram etc ist toll und ich meine, jeder soll die Freiheit haben, sich zu präsentieren, wie er/sie will.
Es liegt eher an mir und meinen Gleichgesinnten, dass wir verstehen, dass all diese Fotos nicht zwangsläufig der Realität entsprechen. Fotos gelten zwar als Abbild der Realität, können aber manchmal ganz schön täuschen und dessen sollte man sich bewusst sein. Geht lieber mal auf die Straße und beobachtet die Leute im echten Leben. Und plötzlich entspricht nur noch einer von 1000 Menschen dem Ideal und nicht jeder Zweite auf der Abonnentenliste. 

Und noch ein kurzes Update: bei mir läufts gut heute, ich denke, für heute bleibe ich erstmal brechfrei ;) 

P.s: nachdem ich auf Instagram ein bisschen auf meinen Blog aufmerksam machte, habe ich einige Nachrichten direkt über Instagram bekommen. Ich hab mich wirklich sehr gefreut, bloggen macht einfach doppelt so viel Spaß, wenn man merkt, es gibt Leute, die sich dafür interessieren. Danke!! 

Donnerstag, 8. September 2016

Next try..

Ok ich denke ich fange hier von Neuem an. Die letzte Zeit war sowohl Bulimie-technisch als auch nicht-Bulimie-technisch eine Katastrophe. 
Aber ich will gar nicht wirklich so im Detail darauf eingehen. Zugenommen habe ich und gekotzt habe ich auch. Bin also wirklich super konsequent gewesen. Oder so. Privat war es auch nicht so meine Zeit. Ich habe gerade Ferien und anstatt mein Leben zu genießen sitze ich nur zu Hause und verweile. Ich habe einfach Lust auf Nichts. Dazu kommt, dass mein Freund und auch alle meine Freunde im Moment arbeiten und eben auch keine Zeit haben. 
Ich muss gestehen ich bin ein bisschen in einem Loch gerade und versuche bisher ziemlich erfolglos wieder hinauszuklettern. Aber nur nicht aufgeben. 

Meine Ernährung ist mein Tagesinhalt! Es ist schlimmer denn je. Ich will unbedingt davon wegkommen ständig, und ich meine wirklich ständig, ans Essen zu denken. Für morgen steht erstmal einiges am Tagesplan, was gut ist, weil ich unbedingt Beschäftigung brauche. 
Mein Tag wird um Punkt acht starten, ab da muss ich auf meinen kleinen Bruder aufpassen. Nach dem Frühstück geht es dann ab in die Stadt zum Anmelden für einen Zumba-Kurs. Eine Freundin und ich haben uns eingebildet, wir müssen es mal probieren. Der Kurs findet jeden Freitag statt, bin schon gespannt. 
Danach werde ich mir morgen noch Hanteln kaufen, um endlich ein kleines bisschen mit Gewichten trainieren zu können. 
Und dann steht morgen noch Sport und Zimmer putzen am Programm. Ich denke, ich hab also eine Weile eine Beschäftigung. 

Ein paar Worte möchte ich noch loswerden. Ich bin wirklich schockiert, wie tief ich in diese Essstörung gefallen bin. Anfänglich war alles noch kontrolliert. Auch das Erbrechen. Ich wusste, es gibt bessere Methoden, aber es war alles gewollt. Mittlerweile ist es ein innerer Zwang, der mich antreibt. Es ist wie eine innere Stimme, die mir wirklich mein Leben erschwert. Ich bin unglücklich. So unglücklich, wie ich es vermutlich noch nie war. Aber nichtsdestotrotz werde ich es schaffen! Und ich kämpfe mit all meinen Mitteln für mein altes Leben! Endlich wieder mein eigener Herr zu sein ist im Moment mein größter Traum! 
Ich habe eine Bitte an euch: Wenn ihr euch gerade in der Anfangsphase von Bulimie befindet, bitte bitte seht zu, dass ihr das Ganze sein lässt. Nichts und niemand ist das Ganze wert! Macht nicht den gleichen Fehler wie ich und zieht jetzt noch die Notbremse, bevor es immer schlimmer wird! 

Zu meinem Blog im allgemeinen: Ich denke ich werde weiter machen. Zumindest fürs erste. Ich will dieser Art von Selbsttherapie noch eine Chance geben. Ich weiß es kann funktionieren!!! 

Schönen Abend noch ;)

Mittwoch, 31. August 2016

Blog - ja oder nein?

Hallo ;) 

Ich hab mir eine kleine Auszeit gegönnt. Zum einen lief es bei mir Bulimie-technisch super schlecht, und da war ich dann nicht so in der Laune zu bloggen und nur von Misserfolgen zu erzählen (hab ich ja schon oft genug mittlerweile). Und dann war ich auch noch mit meinem Freund im Urlaub. Der war wunderschön und falls sich jemand die Frage stellt, wie meine Ernährung dort war: Es war zwar keine Fresserei und ich hab auch nicht erbrochen (sehr gut!!), aber sagen wir so, ich hab es mir richtig gut gehen lassen. Und das bereue ich auch absolut nicht, seit langem habe ich es  endlich wieder geschafft, nicht den ganzen Tag an die Bulimie zu denken, sondern einfach zu leben. 
Ich bin heute erst zurückgekommen und muss zugeben ich könnte Stunden schwärmen von diesem Urlaub!!! 

Ok und jetzt zurück zum Thema, um das sich mein Blog dreht. 

Wie ich weitermachen werde mit meiner "Selbsttherapie" weiß ich noch nicht so genau und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich diesen Blog weiterführen will. Auf der einen Seite schreibe ich gerne und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen, der durch meine Posts angeregt wird, die Bulimie mit mir zu bekämpfen, andererseits weiß ich aber nicht, ob mir selbst das Ganze hilft auf meinem Weg. Mir kommt vor ich beschäftige mich dadurch nur noch mehr mit Bulimie, ohne dass es einen positiven Effekt hat.
Ich bin mir noch nicht ganz so sicher wie ich das weiterhin handhabe. Es liegt auch ein bisschen an euch Lesern und Leserinnen. Falls es auch nur eine Person da draußen gibt, die sich für meinen Blog interessiert, wäre ich sehr dankbar, dass mitgeteilt zu bekommen, ich denke das würde mir helfen bei meiner Was-tue-ich-mit-dem-Blog-Frage. Entweder ihr schreibt ein Kommentar, oder eine Mail (brechfrei@gmail.com) 

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend ;)

Mittwoch, 24. August 2016

Satz mit 'x'..

... das war wohl nix.

Ernährung lief mies heute. Bis Mittag lief alles nach Plan und ab da war es schrecklich. Ich hab gefuttert ohne Ende und sogar einmal erbrochen.. Dementsprechend ist auch meine Laune, die Enttäuschung ist groß. 

Ich werde jetzt ins Bett gehen, damit der Tag schneller vorbei ist. 

Gute nacht :)

Dienstag, 23. August 2016

Neuer Plan

So, zurückschauen bringt ja bekanntlich nichts, also ist es zeit für einen neuen Plan. 

Am Sonntag fahr ich wieder nach Italien (ich sagte ja- heuer ist Urlaubs-Sommer). Mein kleines, aber für mich anspruchsvolles Ziel ist es, bis dort hin keine Fressattake zu haben. 
Folgendes ist mein Problem: Selbstliebe hin oder her ich bin einfach noch nicht soweit, dass ich mich so wie ich bin akzeptiere. Und daher ist es mir irgendwie wichtig, dass ich mich im Urlaub nicht ganz so unwohl fühle. Wenn ich die nächsten Tage aber eine Fressattake habe, weiß ich genau, dass ich erbrechen werde, um mich nicht ganz so unwohl zu fühlen. Eine enttäuschende Sache über mich, die ich absolut nicht beschönigen kann. Will ich auch nicht, auf diesem Blog steht Ehrlichkeit an erster Stelle, sonst bringt das alles nichts. 

Ja ich weiß, es ist nicht besonders klug, alles auf später zu verschieben, aber nach dem Urlaub habe ich hoffentlich wieder mehr Nerven um mein Problem ernsthafter anzugehen. Im September wird meine Bikinifigur sowieso nicht mehr gefragt. 
Tja und bis dahin ist das einzige, womit ich das Erbrechen vermeiden kann, das Vermeiden der Fressattaken.
Deshalb mache ich hier jetzt einen Plan, was ich vor habe morgen zu essen. 

Morgens: eine belegte Scheibe Brot mit Tomaten

Mittags: eine Portion Reis mit Gemüse und Hühnerfleisch

Nachmittag: einen Apfel

Abends: einen Gurken-Tomaten-Salat mit Feta Käse und danach eine Nektarine mit erwas Joghurt

Das wäre mein Plan und ich glaube, ich werde nicht hungrig bleiben. Zusätzlich habe ich vor 40 min auf den Crosstrainer zu gehen. Das mit dem Sport funktioniert im Moment super, wenigstens etwas. 

Ich bin zudem morgen sehr viel unterwegs, was gut ist, dann bin ich abgelenkt und denke nicht den ganzen Tag an Essen. 
Ich hoffe ich finde morgen am Abend kurz Zeit, um zu berichten wie es mir ging mit dem Plan. 

Liebe Grüße

Rückschlag

Alles war super! Eine Woche brechfrei. Ich war im Urlaub und war voll entspannt.

Und dann geht alles von vorne los. Sowohl gestern als auch heute hatte ich jeweils eine Fressattake mit erbrechen. Dabei lief es gerade richtig gut. Ich war total motiviert und dann? Jetzt kann ich wieder bei Null anfangen. 
Ich muss zugeben ich bin etwas geknickt. Ich dachte, ich sei stärker. 

Aber gut, was passiert ist, ist passiert, ich kann es nicht mehr ändern. Lieber schaue ich nach vorne und versuche, den nächsten Fressattaken zu entkommen. Der Weg raus aus dieser Krankheit ist echt hart, wie hart habe ich gestern und heute wieder gemerkt. Man beginnt zu essen und ist irgendwann in einem Zustand, in dem man weder kontrollieren kann, was man isst, noch ob man danach erbricht oder nicht.

Ich glaube es war mein erster Post in dem ich erzählte, dass fast niemand davon weiß. Mittlerweile ist es eine Person mehr, und zwar meine Mutter. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihr und an einem Abend der Verzweiflung brach es dann inklusive Tränen aus mir heraus. Irgendwie bin ich froh darüber, sie versucht mich seit dem so gut wie es geht zu unterstützen und sie versucht auch meine Essenszufuhr etwas zu kontrollieren. Vor allem aber hilft sie mir in dem sie mir ein normales Menschenbild vermittelt und mir klar macht, dass man kein besserer Mensch ist, wenn man dünner ist. Sie macht sich ziemliche Sorgen und hat mir auch gesagt, wenn dass in näherer Zukunft nicht besser wird bzw. aufhört, geht sie mit mir in eine Klinik. Das wäre mein absoluter Alptraum! Und ich kann mich bis heute nicht entscheiden, ob diese "Drohung" ihrerseits Sinn macht. Einerseits bringt es mich vielleicht dazu endgültig gesund zu werden, andererseits kann es aber auch nur dazu führen, dass ich ihr nichts mehr erzähle vom Erbrechen. Von gestern und Vorgestern weiß sie nichts, mal sehen, ob ich den Mut habe, es ihr zu sagen. 

Selbstakzeptanz ist ein riesen Punkt in meinem Leben und bis heute kann ich nicht sagen, ich akzeptiere mich selbst. Ich bin weit weg von diesem Ziel und genau solche Rückschläge wie in den letzten Tagen zeigen mir, dass man für seine Ziele wirklich kämpfen muss. 

Rückschläge gehören zum Leben und gewisse Dinge klappen nicht auf Anhieb. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie nie klappen. 

In diesem Sinne: Stay motivated

Samstag, 20. August 2016

Tag 6 und erste Fressattaken-Vermeidung

Ja der Titel klingt vielleicht komisch, aber heute habe ich etwas geschafft, war für mich schon ein voller Erfolg ist. 
Eine wichtige Info für folgenden Text: mir fällt es viel leichter ganz auf etwas zu verzichten, als ein Stück zu essen und danach aufzuhören. Das nur vorweg. 
Heute am Strand war es eine etwas kritische Situation. Ich hab nach meiner Mittagsjause nicht vorgehabt noch etwas zu essen bis zum Abend. Trotzdem griff ich immer wieder zu Weintrauben. Überhaupt kein Ding, Obst ist super gesund und wichtiger Bestandteil meiner Ernährung. Doch dann waren es auch noch einige Haselnussröllchen und ein Schokohörnchen. Also auf jeden Fall ein Auftakt für eine Fressattake. Es war eigentlich wie immer. Ich genoss keine Bissen mehr sondern überlegte nur noch was als nächstes kommt. Nach meinem Schokohörnchen packte ich mein Geld ein und ging in Richtung Supermarkt um mir etwas zu kaufen. Am Weg dachte ich kurz nach und ich wusste, was ich esse bleibt drinnen!! Und ich wusste auch, dass es in einer Fressattake enden würde und ich mit Bauchweh im Bett liegen würde. Und so habe ich es erstmals geschafft, mich vor einer Fressattake zu bewahren. Ja, für jemanden, der dieses Problem nicht hat klingt das wahrscheinlich nichts als lächerlich, aber für mich ist das wirklich ein Fortschritt. 

Übrigens zum Thema Urlaubsernährung. Eine liebe Leserin (Grüße an dich, Lena) hat mir geschrieben und gefragt, wie ich das handhabe. Also grundsätzlich muss ich sagen sollte man sich im Urlaub gutes Essen gönnen und auf keinen Fall Kalorien zählen. Trotzdem bin ich diesen Urlaub relativ (heute war weniger super) konsequent. Das hat zwei Gründe: Erstens wie schon erwähnt ist es für mich sehr schwierig mir einiges zu gönnen und danach aufzuhören. Dann würde der Urlaub in einer Fresserei enden und das wäre ein bisschen ein Alptraum derzeit für mich. Ja und zweitens habe ich den Sommer das Glück gleich mehrere Male in den Urlaub zu fahren und wenn ich jedes Mal so reinhauen würde kann ich das gleich vergessen, mich jemals wohl zu fühlen in meinem Körper ;) 

Ach und noch eine Aufklärung. Ich habe mir ja als Ziel gesetzt, mich nicht mehr auf die Waage zu stellen. Bei meinem vorletzten Post schrieb ich aber wieder über mein Gewicht. Tja schon langsam könnt ihr meine Konsequenz in gewissen Vorhaben kennen lernen ;) Aber vielleicht schaffe ich es ja jetzt nach dem Urlaub. 

Ich wünsch euch was :)

Freitag, 19. August 2016

Urlaubsgrüße

Hallo :) 

Ich sitze hier gerade am Strand in Italien und lasse meine Seele baumeln. 
Ich habe es nun schon vier ganze Tage geschafft, ohne zu erbrechen. Mit zwei Fressattaken hatte ich zwar zu kämpfen, aber was rein kam musste bleiben (vorerst-versteht sich ;) ) 
Ich weiß, zwei Fressattaken in nur vier Tagen ist nicht wirklich was auf das man stolz sein kann, aber so ist es nun mal. Schritt für Schritt ist mein Motto! Zuerst das mit dem Erbrechen in den Griff bekommen und dann das mit den Fressattaken angehen. 
Und dass ich zunehmen werde mit dieser Methode ist mir mehr als bewusst, aber Gesundheit geht vor. 
Gestern vor der Abreise zeigte die Waage stolze 59,9 kg an also ca 3 kg mehr als normal. Und ich muss sagen es stört mich nicht mal soooo extrem.  Im Leben hat man immer Prioritäten und eine meiner Prioritäten ist es zum Beispiel, mich in meinem Körper wohl zu fühlen. Viel größer ist aber die Priorität gesund zu sein und so wären wir wieder bei dem Schritt-für-Schritt-Thema. 

Hier am Strand kann man so gut erkennen, wie unwichtig Aussehen ist. Jeder lasst es sich gut gehn, genießt das Leben und die Sonne. Egal ob mit Speckbauch, Dehnungsstreifen, Cellulite & co. 

Ein Gedanke am Schluss. Gibt es jemanden, der sich, wenn er die Wahl hätte, eher für Schönheit als für Gesundheit entscheidet??? Schon langsam verstehe ich warum alle Essstörungen unter psychische Krankheiten fallen. 

Genießt die Tage! 

Mittwoch, 17. August 2016

Tag 3

Wenn ich heute ins Bett gehe habe ich es nun schon drei Tage ohne Erbrechen geschafft. 
Drei Tage mit zwei Fressattaken. Nicht wahnsinnig gut, kann aber besser werden. Gestern lief super! Ich habe normal gegessen und sogar sport gemacht. Heute war dann leider wieder durchwachsen und ich hatte gleich nach dem Aufstehen eine ziemlich große Fressattake, sodass mir jetzt um 14:00 Uhr immer noch schlecht ist. Aber gut ich glaub ich muss es Schritt für Schritt angehen. Erst mal nicht Erbrechen und dann meine Fressattaken in Griff zu bekommen. Dass ich zunehmen werde liegt dabei auf der Hand, ist im Moment aber okay für mich. Lieber gesund und etwas kurviger, als krank und unglücklich. 
Ich muss immer noch lernen mich selbst zu akzeptieren. Es ist für mich nicht leicht, meine Figur ist schon sehr sehr lange ein großer Teil meines Lebens. Aber ich denke ich bin am richtigen Weg die wahren Werte im Leben ernster zu nehmen als Kleinigkeiten wie ein bisschen Hüftspeck. 

Übrigens würde ich mich sehr freuen mich mit einigen von euch austauschen zu können, immerhin kann ich an den Statistiken sehen, dass sich doch ein paar Menschen für meinen Blog interessieren (was mich sehr freut). 
Kommentare sind vielen zu wenig anonym, aber ich würde mich auch sehr über Emails von euch freuen :) meine Mailadresse lautet brechfrei@gmail.com

Schönen Tag euch genießt das Leben!!

Montag, 15. August 2016

Entschluss gefasst

Entschluss gefasst

So heute ist es soweit. Ich habe einen Entschluss gefasst. Mein letztes Monat war nicht wirklich gut, ich übergab mich mehrmals und schaffte es einfach nicht mich zu beherrschen. Ich habe Angst vor dem zunehmen. Angst davor angestarrt zu werden, als fett bezeichnet zu werden und Angst davor, dass sich andere vor mir ekeln. 
Gestern hatte ich ein ausgiebiges Gespräch mit meinem Freund. Ich erzählte ihm von meiner Angst und er hat mich beruhigt und mir gesagt, dass mich 10 kg mehr auf den Hüften nicht zu einem anderen Menschen machen. Ja damit hat er recht, aber es ist nicht so einfach. 
Gestern Nachmittag erbrach ich das letzte mal. Und so naiv wie das klingt, aber das wird das Letzte mal für immer sein. Ich hab es mir selbst versprochen.. auch wenn es schwer wird und ich vermutlich zunehmen werde in der nächsten Ueit... Ich ziehe es durch!! Falls sich jemand fragt warum dieser Geistesblitz jetzt kommt. Es sind meine Kinder! Stimmt, ich bin 18 und habe keine Kinder aber ich will unbedingt mal welche haben. Und ich habe keine Lust mich nicht um meine Kinder kümmern zu können, weil ich an Speiseröhrenkrebs erkranke oder an Zungenkrebs draufgehe. Nicht selten bei Bulimie-Patienten. Die hochkommende Magensäure richtet viel an. 
Es ist eine art Selbstverletzung das Ganze. Ich zerstöre bewusst meinen Körper.
Mein Freund sagte mir letztens etwas sehr Kluges: "man wird nunmal in einen Körper geboren und den kann man sich nicht aussuchen. Dort und da hat man eben seine Problemzonen. Man hat nur einen Körper und um den muss man sich kümmern!"
Klingt doch ziemlich plausibel, oder?

Naja back to topic ich hatte gestern meinen letzten Brech-Anfall. Heute hab ich ab Mittag nur noch gegessen und hatte gegen Abend eine richtig heftige Fressattake, sodass ich jetzt mit heftigen Bauchschmerzen im Bett liege. Normalerweise hätte ich längst schon gebrochen. Aber ich habe Hoffnung, dass ich morgen weniger esse und es schaffe langsam meine Fressattaken zu vermeiden und irgendwann zu einem normalen Essverhalten mit Normalgewicht zu finden. 

Zwei Dinge würde ich im moment gerne durchziehen: Zum einen will ich mir abgewöhnen mich täglich auf die Waage zu stellen. Ich definiere mein ganzes Ich durch die Waage. Das ist ebenfalls krank und deshalb verbanne ich vorerst die Waage aus meinem Alltag! Und das zweite: ich will Ernährungstagebuch schreiben. Klar, der Blog ist schon so ein kleiner Teil, aber auch wenn das hier alles anonym ist, die nicht für das Internet bestimmten details kommen dann eher in mein Ernährungstagebuch. 

Hoffnung ist das was zählt. 
Gute Nacht 

Freitag, 8. Juli 2016

Mein Problem - keine Probleme!

Langsam glaube ich wirklich, dass mich der Mangel an Problemen in die Bulimie getrieben hat. Man sagt ja, wenn man keine Probleme hat macht man sich welche und ich könnte mir schon vorstellen genau so ein Kandidat zu sein, Aber obwohl ich seit einem Jahr nicht von dieser Sucht wegkomme, habe ich Hoffnung. Ich versuche nämlich nicht unbedingt mich von den Fressattaken und dem darauffolgenden Erbrechen abzuhalten, sondern versuche mit mir selbst ins Reine zu kommen. Ich denke, wenn ich das schaffe, hört die Bulimie von alleine auf. 
Ihr müsst wissen ich war mit meinem Körper nie zufrieden. Dazu kurz meine Gewichtsgeschichte: 

Angefangen mit dem Abnehmen habe ich bei 68 kg. Ist also nicht ein soooooo hohes Startgewicht, aber ich war schon ziemlich mopsig, immerhin waren die 68 kg verteilt auf 162 cm. Gut ich nahm ab, damals super gesund mit viel Sport und gesunder Ernährung, relativ bald hatte ich die 60 kg. Darunter wurde es schwieriger, ging aber noch. Übrigens mein Ziel am Beginn waren 58 kg. Die wollte ich erreichen. Hab ich dann auch, tja und wer hätte es gedacht, natürlich wollte ich noch mehr abnehmen. Alles was da darunter war, habe ich nicht mehr ganz so gesund abgenommen. Ich hab gehungert und machte dort meine ersten Bulimie Erfahrungen (damals hörte das Ganze aber auch wieder von alleine auf). Ich setzte meine Ziele immer tiefer, 57 kg war das Ziel, hatte ich es erreicht mussten es plötzlich 55 sein. Mein nächstes Ziel waren 52 kg. Aber bei 53 kg war es vorbei. ich nahm nicht ab, obwohl ich wirklich wenig aß in dieser Zeit. Aber im Nachhinein betrachtet hat mich das gar nicht soooo gestört, glaube ich. Für eine Zeit lang habe ich dann meine Ernährung weniger beachtet und nahm etwas zu, auf 56 kg. Ja und dann kam ich mit meinem Freund zusammen und ja gemeinsam essen ist einfach sowas schönes und so war ich irgendwann wieder auf der 62. und dass wollte ich dann wirklich nicht und ich versuchte wieder abzunehmen. Schaffte 3 kg und nahm dann durch Fressattaken wieder zu. so ging das öfters. Irgendwann war ich dann auf dem Punkt, an dem ich sagte ich will beides, essen und abnehmen. Und dieser Gedanke brachte mich zu dem Punkt, an dem ich heute stehe. Zwar habe ich jetzt 55 kg aber ich esse und erbreche. Unzählige Male. Und das nur aus einer ewigen Unzufriedenheit. 

Aber ich habe Hoffnung, Hoffnung dass ich es schaffe, mich selbst zu akzeptieren, so wie ich bin. 

Heute war ein guter Tag. Ich habe kein einziges Mal erbrochen und genau da will ich morgen weiter machen. 

Ich stell mir so oft diese eine Frage; Wem will ich eigentlich gefallen? Für wen mach ich das? 
Vielleicht hab ich Glück und ich finde irgendwann die Antwort. 

Schönes Wochenende!

Mittwoch, 6. Juli 2016

Mein Projekt...


Hallo, ich will mich nur kurz vorstellen, mein Name ist Tanja. 
Ich habe lange überlegt, wie ich das Ganze hier starten soll. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Versuch der Selbsttherapie. Ich habe nicht vor diesen Blog zu perfektionieren und mir 1000 Gedanken zu machen, wie ich alles möglichst gut formuliere. Das hier soll ein Blog sein, in dem ich mir meine Gedanken von der Seele schreibe und vielleicht den ein oder anderen etwas mit auf den Weg geben kann.. Der Hauptgrund ist jedoch die Selbsttherapie.

Ich rede also von Therapie, vielleicht soll ich einmal davon berichten welches Problem ich denn habe.
Und es fällt mir nicht wirklich leicht das zu schreiben. Aber gut machen wir es kurz uns schmerzlos, ich habe Bulimie. Ess-brech-sucht. Ich esse Unmengen an Lebensmittel auf einmal und erbreche sie danach wieder, manchmal 3 mal täglich, manchmal nur 3 mal wöchentlich. Es ist unberechenbar.
Ich bin 18 Jahre alt, 162 cm groß/klein und wiege 55kg. Ich bin nicht dick, und trotzdem unzufrieden. In meinem Umfeld wissen es nur wenige und die, die es wissen waren total erschrocken, denn ich bin bis auf diese Sache ein total glückliches Mädchen, das für ihr leben gerne lacht. Ich habe viele Freunde, eine tolle Familie und einen wundervollen Freund. Ich würde fast sagen es fehlt mir an absolut nichts, aber trotzdem schaffe ich es irgendwie nicht aus diesem tiefen Loch herauszukommen.

Und warum das Ganze? Weil ich ständig versuche perfekt zu sein. Eine Eigenschaft, die mir meine Gesundheit zerstört. Und ich weiß es sogar. Ich will einen flachen Bauch, dünne Beine, einen schönen Po und auch schöne Brüste. Und ich will Kurven, aber die müssen straff sein und an den richtigen Stellen. Ich will ich will ich will.. Und eigentlich will ich nur eines: zufrieden sein. Und das ist mein Ziel, an dem ich arbeite. Ich will nicht ständig versuchen mich zu verbessern sondern endlich einmal anzukommen. Ich bin seit 4 Jahren auf Dauerdiät. Mal mehr, mal weniger und ich merke, sobald ich ein Ziel erreicht habe, setze ich mir ein Neues.
Diäten alleine geht ja noch, aber zu essen und dann zu erbrechen ist krank und ich will diese Krankheit nicht mehr. Zwar wollte ich sie nie, aber ich bin da eben so reingerutscht und muss mich da jetzt wohl oder übel herauskämpfen. Und ich bin zuversichtlich, es war auch schon mal schlimmer.

Selbstliebe! Das ist es was ich brauche. Dieses Projekt starte ich jetzt und es ist jeder herzlichst eingeladen mit mir durchzustarten!


Eure Tanja :)