Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, wieso die Gesellschaft dünn sein als schöner betrachtet. Antwort darauf habe ich bis heute keine gefunden.
Ich persönlich finde es wirklich mehr als traurig, dass sich Menschen wie ich so von außen beeinflussen lassen. Durch Instagram, Zeitschriften, etc. Überall Perfektion. Diese Perfektion hat mich und viele andere krank gemacht. Viele sagen "ja die Medien treiben jeden in die Magersucht", stimmt für mich zum Teil, aber retuschierte Bilder im Fernsehen und in den Zeitschriften sind nur ein kleiner Teil.
Bei mir waren es eher Instagram-posts, Facebook-Bilder etc von "normalen" Menschen die, die mich verunsicherten. Nicht nur die Stars und Promis, die sind so und so auf einer anderen Ebene, mit denen vergleiche ich mich nicht.
Anders ist das bei "Privatpersonen". Mit "Menschen wie du und ich" vergleicht man sich eher. Und da ist der Knackpunkt. Man vergleicht sich also mit zwar "normalen" Menschen, aber meist mit welchen, die man nicht kennt, eben nur von Fotos. Und diese Fotos sagen im Grunde nicht das Geringste aus. Zum einen gibt es Photoshop, der bei Weitem nicht nur von Profis verwendet wird. Jeder zweite hat Facetune am Handy und lässt damit die Augen leuchten und die Zähne strahlen. Und Pickel? Die werden einfach "weggewaschen".
Aber was noch viel mehr ausmacht, als die bearbeiteten Bilder, ist folgendes: Ins Internet stellt man nur das, was man allen Menschen zeigen will. Nur das Foto, an dem man schlanker aussieht wird hochgeladen, Fotos von der falschen Seite, im falschen Licht oder im falschen Outfit landen im Papierkorb. Und an einem Tag, an dem die Haare nicht sitzen wird erst gar nicht fotografiert. Und Gammeltage? Nur wenn der Messi-Dutt gut aussieht und die Jogginghose von Hollister ist (dass man den Calvin Klein Slip sieht, muss ich nicht erwähnen oder?)
Alles, was nicht passt, wird halt nicht gezeigt, ist doch logisch. Es gibt kaum Leute, die auch ihre nicht so schönen Seiten zeigen. Warum auch, man will ja gefallen. Nicht falsch verstehen, ich verurteile niemanden und vor allem nehme ich mich hier absolut nicht heraus, immerhin bin ich diejenige, die offen und ehrlich über alle Probleme spricht und von Selbstliebe und so Zeugs und mich aber fotolos und namenlos an meiner Anonymität im Internet bediene.
Es ist auch keine Lösung, keine schönen Fotos mehr zu posten. Instagram etc ist toll und ich meine, jeder soll die Freiheit haben, sich zu präsentieren, wie er/sie will.
Es liegt eher an mir und meinen Gleichgesinnten, dass wir verstehen, dass all diese Fotos nicht zwangsläufig der Realität entsprechen. Fotos gelten zwar als Abbild der Realität, können aber manchmal ganz schön täuschen und dessen sollte man sich bewusst sein. Geht lieber mal auf die Straße und beobachtet die Leute im echten Leben. Und plötzlich entspricht nur noch einer von 1000 Menschen dem Ideal und nicht jeder Zweite auf der Abonnentenliste.
Und noch ein kurzes Update: bei mir läufts gut heute, ich denke, für heute bleibe ich erstmal brechfrei ;)
P.s: nachdem ich auf Instagram ein bisschen auf meinen Blog aufmerksam machte, habe ich einige Nachrichten direkt über Instagram bekommen. Ich hab mich wirklich sehr gefreut, bloggen macht einfach doppelt so viel Spaß, wenn man merkt, es gibt Leute, die sich dafür interessieren. Danke!!
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