Und dann geht alles von vorne los. Sowohl gestern als auch heute hatte ich jeweils eine Fressattake mit erbrechen. Dabei lief es gerade richtig gut. Ich war total motiviert und dann? Jetzt kann ich wieder bei Null anfangen.
Ich muss zugeben ich bin etwas geknickt. Ich dachte, ich sei stärker.
Aber gut, was passiert ist, ist passiert, ich kann es nicht mehr ändern. Lieber schaue ich nach vorne und versuche, den nächsten Fressattaken zu entkommen. Der Weg raus aus dieser Krankheit ist echt hart, wie hart habe ich gestern und heute wieder gemerkt. Man beginnt zu essen und ist irgendwann in einem Zustand, in dem man weder kontrollieren kann, was man isst, noch ob man danach erbricht oder nicht.
Ich glaube es war mein erster Post in dem ich erzählte, dass fast niemand davon weiß. Mittlerweile ist es eine Person mehr, und zwar meine Mutter. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihr und an einem Abend der Verzweiflung brach es dann inklusive Tränen aus mir heraus. Irgendwie bin ich froh darüber, sie versucht mich seit dem so gut wie es geht zu unterstützen und sie versucht auch meine Essenszufuhr etwas zu kontrollieren. Vor allem aber hilft sie mir in dem sie mir ein normales Menschenbild vermittelt und mir klar macht, dass man kein besserer Mensch ist, wenn man dünner ist. Sie macht sich ziemliche Sorgen und hat mir auch gesagt, wenn dass in näherer Zukunft nicht besser wird bzw. aufhört, geht sie mit mir in eine Klinik. Das wäre mein absoluter Alptraum! Und ich kann mich bis heute nicht entscheiden, ob diese "Drohung" ihrerseits Sinn macht. Einerseits bringt es mich vielleicht dazu endgültig gesund zu werden, andererseits kann es aber auch nur dazu führen, dass ich ihr nichts mehr erzähle vom Erbrechen. Von gestern und Vorgestern weiß sie nichts, mal sehen, ob ich den Mut habe, es ihr zu sagen.
Selbstakzeptanz ist ein riesen Punkt in meinem Leben und bis heute kann ich nicht sagen, ich akzeptiere mich selbst. Ich bin weit weg von diesem Ziel und genau solche Rückschläge wie in den letzten Tagen zeigen mir, dass man für seine Ziele wirklich kämpfen muss.
Rückschläge gehören zum Leben und gewisse Dinge klappen nicht auf Anhieb. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie nie klappen.
In diesem Sinne: Stay motivated
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