Freitag, 8. Juli 2016

Mein Problem - keine Probleme!

Langsam glaube ich wirklich, dass mich der Mangel an Problemen in die Bulimie getrieben hat. Man sagt ja, wenn man keine Probleme hat macht man sich welche und ich könnte mir schon vorstellen genau so ein Kandidat zu sein, Aber obwohl ich seit einem Jahr nicht von dieser Sucht wegkomme, habe ich Hoffnung. Ich versuche nämlich nicht unbedingt mich von den Fressattaken und dem darauffolgenden Erbrechen abzuhalten, sondern versuche mit mir selbst ins Reine zu kommen. Ich denke, wenn ich das schaffe, hört die Bulimie von alleine auf. 
Ihr müsst wissen ich war mit meinem Körper nie zufrieden. Dazu kurz meine Gewichtsgeschichte: 

Angefangen mit dem Abnehmen habe ich bei 68 kg. Ist also nicht ein soooooo hohes Startgewicht, aber ich war schon ziemlich mopsig, immerhin waren die 68 kg verteilt auf 162 cm. Gut ich nahm ab, damals super gesund mit viel Sport und gesunder Ernährung, relativ bald hatte ich die 60 kg. Darunter wurde es schwieriger, ging aber noch. Übrigens mein Ziel am Beginn waren 58 kg. Die wollte ich erreichen. Hab ich dann auch, tja und wer hätte es gedacht, natürlich wollte ich noch mehr abnehmen. Alles was da darunter war, habe ich nicht mehr ganz so gesund abgenommen. Ich hab gehungert und machte dort meine ersten Bulimie Erfahrungen (damals hörte das Ganze aber auch wieder von alleine auf). Ich setzte meine Ziele immer tiefer, 57 kg war das Ziel, hatte ich es erreicht mussten es plötzlich 55 sein. Mein nächstes Ziel waren 52 kg. Aber bei 53 kg war es vorbei. ich nahm nicht ab, obwohl ich wirklich wenig aß in dieser Zeit. Aber im Nachhinein betrachtet hat mich das gar nicht soooo gestört, glaube ich. Für eine Zeit lang habe ich dann meine Ernährung weniger beachtet und nahm etwas zu, auf 56 kg. Ja und dann kam ich mit meinem Freund zusammen und ja gemeinsam essen ist einfach sowas schönes und so war ich irgendwann wieder auf der 62. und dass wollte ich dann wirklich nicht und ich versuchte wieder abzunehmen. Schaffte 3 kg und nahm dann durch Fressattaken wieder zu. so ging das öfters. Irgendwann war ich dann auf dem Punkt, an dem ich sagte ich will beides, essen und abnehmen. Und dieser Gedanke brachte mich zu dem Punkt, an dem ich heute stehe. Zwar habe ich jetzt 55 kg aber ich esse und erbreche. Unzählige Male. Und das nur aus einer ewigen Unzufriedenheit. 

Aber ich habe Hoffnung, Hoffnung dass ich es schaffe, mich selbst zu akzeptieren, so wie ich bin. 

Heute war ein guter Tag. Ich habe kein einziges Mal erbrochen und genau da will ich morgen weiter machen. 

Ich stell mir so oft diese eine Frage; Wem will ich eigentlich gefallen? Für wen mach ich das? 
Vielleicht hab ich Glück und ich finde irgendwann die Antwort. 

Schönes Wochenende!

Mittwoch, 6. Juli 2016

Mein Projekt...


Hallo, ich will mich nur kurz vorstellen, mein Name ist Tanja. 
Ich habe lange überlegt, wie ich das Ganze hier starten soll. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Versuch der Selbsttherapie. Ich habe nicht vor diesen Blog zu perfektionieren und mir 1000 Gedanken zu machen, wie ich alles möglichst gut formuliere. Das hier soll ein Blog sein, in dem ich mir meine Gedanken von der Seele schreibe und vielleicht den ein oder anderen etwas mit auf den Weg geben kann.. Der Hauptgrund ist jedoch die Selbsttherapie.

Ich rede also von Therapie, vielleicht soll ich einmal davon berichten welches Problem ich denn habe.
Und es fällt mir nicht wirklich leicht das zu schreiben. Aber gut machen wir es kurz uns schmerzlos, ich habe Bulimie. Ess-brech-sucht. Ich esse Unmengen an Lebensmittel auf einmal und erbreche sie danach wieder, manchmal 3 mal täglich, manchmal nur 3 mal wöchentlich. Es ist unberechenbar.
Ich bin 18 Jahre alt, 162 cm groß/klein und wiege 55kg. Ich bin nicht dick, und trotzdem unzufrieden. In meinem Umfeld wissen es nur wenige und die, die es wissen waren total erschrocken, denn ich bin bis auf diese Sache ein total glückliches Mädchen, das für ihr leben gerne lacht. Ich habe viele Freunde, eine tolle Familie und einen wundervollen Freund. Ich würde fast sagen es fehlt mir an absolut nichts, aber trotzdem schaffe ich es irgendwie nicht aus diesem tiefen Loch herauszukommen.

Und warum das Ganze? Weil ich ständig versuche perfekt zu sein. Eine Eigenschaft, die mir meine Gesundheit zerstört. Und ich weiß es sogar. Ich will einen flachen Bauch, dünne Beine, einen schönen Po und auch schöne Brüste. Und ich will Kurven, aber die müssen straff sein und an den richtigen Stellen. Ich will ich will ich will.. Und eigentlich will ich nur eines: zufrieden sein. Und das ist mein Ziel, an dem ich arbeite. Ich will nicht ständig versuchen mich zu verbessern sondern endlich einmal anzukommen. Ich bin seit 4 Jahren auf Dauerdiät. Mal mehr, mal weniger und ich merke, sobald ich ein Ziel erreicht habe, setze ich mir ein Neues.
Diäten alleine geht ja noch, aber zu essen und dann zu erbrechen ist krank und ich will diese Krankheit nicht mehr. Zwar wollte ich sie nie, aber ich bin da eben so reingerutscht und muss mich da jetzt wohl oder übel herauskämpfen. Und ich bin zuversichtlich, es war auch schon mal schlimmer.

Selbstliebe! Das ist es was ich brauche. Dieses Projekt starte ich jetzt und es ist jeder herzlichst eingeladen mit mir durchzustarten!


Eure Tanja :)